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Spiegelbild der Kirche in einer Kugel
Teilbereich der Kirche unter blauem Himmel

Sehenswertes

„Griese Toarn“ & St. Marien

Der frühromanische Wehrturm der katholischen Pfarrkirche St. Marien, der sogenannte „Griese Toarn“ (Graue Turm), gilt als Wahrzeichen Bad Laers. Mit seinem charakteristischen Treppengiebel, einzigartig im Raum Osnabrück, überragt er seit etwa 1000 Jahren die Szenerie des Ortes.

37 Meter misst der Turm, der aus der Zeit um 1010 bis 1050 n.Chr. stammt und damit den bei weitem ältesten Teil der Kirche verkörpert. Über Jahrhunderte hinweg hat er die Qualität des Laerschen „Piepsteins“ unter Beweis gestellt. Der durch Soleverkrustungen natürlich gewachsene Stein wurde aufgrund seiner leichten, aber äußerst robusten Eigenschaften bis ins 20. Jahrhundert gern als Baumaterial in der Region verwendet. Bis heute ist der „Griese Toarn“ das beeindruckendste Beispiel der Widerstandsfähigkeit des Piepsteins.

Ganze 2 Meter dick sind die Mauern des Turms der Pfarrkirche, 9 x 9 Meter misst sein Umfang. Es wird angenommen, dass der Wehrturm mit neunstufigem Treppengiebel zunächst vor einer Fachwerkkirche stand, deren Kirchenschiff nur halb so hoch wie der „Griese Toarn“ gewesen sein dürfte. Dicht unter dem Dachansatz verteilen sich auf allen vier Turmseiten Fenster mit romanischen Rundbögen, welche als Schalllöcher für die Glocken von St. Marien dienen. Die senkrechten, spaltförmigen Öffnungen in der unteren Hälfte des Turmes deuten hingegen auf den Wehrcharakter des „Griese Toarn“ hin, wurden sie doch als Schießscharten genutzt.

Vermutlich wurden von hier aus per Zeichensystem auch Nachrichten in Richtung der Iburg, dem ehemaligen Bischofssitz (Benno II.), als Teil des Konzeptes zur Landessicherung weitergegeben.

Bei geschlossenen Toren der Kirchhofsburg, die noch heute die Kirche umgibt, bot die Anlage in unsicheren Zeiten so Schutz für Leben und Gut der Menschen vor Plünderern und Räubern, zumindest so lange, bis Hilfe von der Iburg nahte.

Während die Gestaltung der beiden Turmgiebel mit ihren Zinnen auf eine gotische Entstehungszeit hindeutet, wurde die heute an Ort und Stelle befindliche Kirche St. Marien in den Jahren 1871 bis 1873 erbaut und 1874 geweiht. Für den Bau wurde die Westseite des Wehrturms für ein Portal durchbrochen. Als Hallenkirche besteht St. Marien aus drei Längsschiffen und vier hohen Jochen im Langhaus. Dazu kommen ein Querschnitt mit einem noch höheren Joch und ein Chorabschluss. Die dreischiffige hohe Halle wird beiderseitig durch zwei Gänge zu einer gewissen Fünfschiffigkeit erweitert. Diese seitlichen Gänge der Hallenkirche bieten sich an für die Aufnahme der 15 Stationen des Kreuzweges, die Pieta und die Beichtstühle.

Als Vorbild für die Pfarrkirche der katholischen Gemeinde St. Mariae Geburt diente seinerzeit die Osnabrücker Johanniskirche, wobei die Laerer Kirche im Vergleich eine Reihe von Besonderheiten und Abweichungen aufweist.

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Schutz im Schatten der Kirchhofsburg

Hingeschaut

Die St. Marien-Kirche ist auch von innen einen aufmerksamen Blick wert. Auf den Schrägwänden des Chores lassen sich zwei Holzplastiken aus dem 18.Jahrhundert entdecken, die noch aus der alten Kirche stammen. Es sind auf der Frauenseite die Madonna und der Apostel Johannes auf der Männerseite. Die drei nach Osten gerichteten Chorfenster zeigen in der Mitte die Kreuzigungsgruppe, an den Seiten eingerahmt von je einer Darstellung aus dem Leben der Mutter Maria.

Die hohen Fenster der beiden Querschiffe verherrlichen in leuchtender, neugotischer Glasmalerei die Auferstehung des Herrn und den Sturm auf die Meere. Diese Buntfenster stammen aus dem Marien-Wallfahrtsort Kevelaer in Nordrhein-Westfalen und wurden 1924 eingebaut. Die Portale wurden im Jahre 1939 neu errichtet. Das Bronzegeläut der Glocken wurde 1949 gegossen, wobei die größte Glocke ganze 2110 kg wiegt.

 

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Ort: Am Kirchplatz, 49196 Bad Laer

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Glandorfer Straße 5
49196 Bad Laer
Tel.: 05424 2911-88
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